Heizung

Heizung

Eine Heizung ist dann optimal eingestellt, wenn sie genau so viel Wärme produziert wie gerade benötigt wird. Dies mag banal klingen, ist es aber nicht. Denn: Woher weiß die Heizung, wieviel Wärme benötigt wird?

Eine Möglichkeit wäre, die Innentemperatur zu überwachen und die Heizleistung entsprechend anzupassen. Üblicherweise wird heutzutage aber anders verfahren: Ein sogenannter Außenfühler mißt die Temperatur außerhalb des Hauses, und errechnet daraus auf die erforderliche Heizleistung. Damit diese Rechnung stimmen kann, benötigt die Heizungssteuerung aber genauere Informationen über das zu beheizende Haus. Es leuchtet sicher ein, daß ein gut isoliertes Haus bei gleicher Außentemperatur weniger Heizleistung benötigt, als ein schlecht isoliertes Haus. Und bei tieferen Temperaturen wird mehr Heizleistung als bei nicht so tiefen Temperaturen benötigt. Eine gute Anpassung der Heizungssteuerung ist also nicht ganz unwichtig. Dazu gehört auch die Frage: Wo platziert man den Außenfühler am besten?

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist auch die Frage der Brauchwassererwärmung. Hierzu gehört nicht nur die Frage nach der gewünschten Wassertemperatur, sondern auch die Frage nach dem Bereitstellungszeitraum, also von wann bis wann die Heizung das Brauchwasser in der gewünschten Temperatur bereitstellen soll.

Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang auch das Stichwort "Umwälzpumpe": Üblicherweise wird was Brauchwasser ständig mit Hilfe einer Pumpe zu den Entnahmestellen (Wasserhähnen) gepumpt, und läuft von dort in einer zweiten Leitung wieder zurück. Also auch wenn garkein Wasserhahn geöffnet ist, fließt das Wasser ständig im Kreis herum.

Wozu?

Nun, wäre dem nicht so, würde das warme Wasser, das sich in der langen Leitung zwischen Heizung und Wasserhahn befindet, langsam aber sicher abkühlen. Wenn dann der Wasserhahn geöffnet wird, fließt zuerst das inzwischen kalte Wasser aus der Leitung heraus, bevor von der Heizung wieder warmes Wasser nachkommen kann. Bei entsprechend langer Leitung kann es dann schon ein Weilchen dauern, bis endlich Warm kommt. Der Nachteil der Umwälzpumpe ist: Das Wasser kühlt natürlich trotzdem langsam ab. Es wird nur ständig durch neues warmes Wasser ersetzt, d.h. die Heizung muß immer wieder nachheizen. Daher kann ein (zeitweiser) Verzicht auf die Umwälzung Heizkosten sparen - Stromkosten übrigens auch.

Solarenergie

Nebenstehende Animation zeigt die "Sonnenansicht" unseres Hauses am 21. Dezember, also an dem Tag, an dem die Sonne am tiefsten steht. (Alles was im Bild zu sehen ist, "sieht" auch die Sonne. Die betreffenden Stellen sind also "in der Sonne", während der Rest "im Schatten" ist.)

Es ist sicher einsichtig, daß hier eine Ausnutzung der Sonnenenergie äußerst schwierig ist.

Am 21.März (Tag- und Nachgleiche) ist die Situation zwar deutlich besser, aber auch hier findet sich kein optimaler Installationsort für Sonnenkollektoren.
In dieser (Übergangs-)Zeit ist lediglich die passive Nutzung der Sonnenenergie möglich - wenn auch nur eingeschränkt. So kann sich an bewölkungsarmen Tagen die Heizung nachmittags abstellen, weil die durch die Fenster einstrahlende Sonne völlig ausreicht, um die Temperatur in der Wohnung zu halten.
Dieses automatische Zurückfahren der Heizung funktioniert aber nur dann effektiv, wenn der Außenfühler an der Südseite angebracht ist. Im Protokoll unten ist sehr gut zu sehen, daß die Heizung ab Mittag (ab diesem Zeitpunkt liegt der Außenfühler nichtmehr im Schatten) praktisch aus ist (kurz vor 13 Uhr lief die Heizung wegen des Brauchwassers - wenn Kleinkinder im Haus sind, muß trotz Spülmaschine diverses von Hand gespült werden). Gegen 18 Uhr schaltete sie zwar wieder ein, da die Wohnung aber gut aufgewärmt war und auf Grund der guten Isolierung kaum abkühlte, war kein weiteres Nachheizen mehr nötig.

Daß es auch mitten im Winter möglich ist, mit Hilfe der Sonneneinstrahlung die Wohnung auf Temperatur zu halten, zeigt das folgende Diagramm. Zu sehen ist der Beitrag an Heizleistung, den die Heizung im Januar 1999 zwischen 12 und 16 Uhr leistete (nur Raumheizung, ohne Brauchwasser). Normalerweise, d.h. bei bedecktem Himmel, liegt er bei 10 bis 14%. Aber selbst im Januar ist es möglich, daß die Heizung in diesem Zeitraum vollständig zurückfährt und die Wohnung nur von der Sonne erwärmt wird. (Hier profitierten wir allerdings von der Tatsache, dass auf der südlichen Seite noch kein Nachbargebäude vorhanden war, und die Sonne deshalb auch im Januar ungehindert in unsere Wohnung scheinen konnte.)

Zum Thema "Solare Brauchwassererwärmung" sind vielleicht auch noch folgende Daten interessant:
Nebenstehende Tabelle zeigt die durchschnittlichen täglichen Brennerlaufzeiten über das Jahr. Wie man sehen kann, läuft die Heizung im Sommer eine knappe halbe Stunde pro Tag, und zwar nur für das Brauchwasser. Davon ausgehend, daß die Heizung auch im Winter etwa eine halbe Stunde pro Tag für das Brauchwasser im Einsatz ist, und knapp 2 Liter Heizöl pro Stunde verbraucht, ergibt sich damit ein Jahresverbrauch von maximal 400 Liter Heizöl. Bei einem Heizölpreis von 0,50 EUR ergeben sich demnach Brauchwasserkosten von etwa 200 EUR pro Jahr.
Frage:
Wieviel davon könnte mit einer optimal eingerichteten Solarwasseranlage eingespart werden, und was würde diese Anlage kosten?
MonatStunden/Tag
Januar 3:44
Februar 4:15
März 2:35
April 1:37
Mai 0:40
Juni 0:35
Juli 0:33
August 0:31
September 0:35
Oktober 1:37
November 2:57
Dezember 3:53


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